Über Beate Rajski

Fachreferentin. Digitale Dienste und Forschungsdaten

Ist Bibliothek Frauensache?

Okay, outet Frau sich als Bibliothekarin, dann denken viele in der Runde an das Stereotyp der älteren Dame mit Dutt und Brille, die gleich zur Ruhe mahnen wird. Der Rest fragt dann lieber gleich “Ach, du liest gern?”.

Bibliotheken sind anscheinend Frauensache. Aber wie sieht das in Zahlen aus?

Christian Hauschke hat sich 2013 die Mitgliedszahlen des Deutschen Bibliotheksverbandes DBV genauer angeschaut und nach Frauen in Führungspositionen bei DBV-Mitgliedern ausgewertet:1
Darstellung unter Berücksichtigung nicht vollständiger Daten
Grafik C. Hauschke
Die TU-Bibliothek gehört zur sogenannten Sektion 4 Wissenschaftliche Universalbibliotheken. Dort liegt der Frauenanteil in Leitungspositionen immerhin bei über 50 %, der Gesamtanteil der im Bibliothekwesen beschäftigten Frauen lag 2011 bei 74,8%2. Unsere Bibliothek wird übrigens von einer Frau geleitet und vier der fünf Fachreferenten sind Männer. Die Anzahl unserer weiblichen Beschäftigten liegt knapp unter dem Durchschnitt, trotzdem arbeiten bei den Digitalen Bibliotheksdiensten nur Männer (die Leitung mal ausgenommen).

Aber vielleicht interessieren sich Bibliothekare und Bibliothekarinnen wirklich für unterschiedliche Dinge? Einmal im Jahr treffen sie sich auf dem sogenannten Bibliothekartag. Timo Glaser hat sich im Vorfeld die Mühe gemacht, zu zählen, wie sich die vortragenden Männer und Frauen auf die unterschiedlichen Themenblöcke dieses Jahr verteilen werden.3
Prozentuale Verteilung Frauen/Männer nach Themenkreisen

Grafik T. Glaser
Frauen überwiegen als Vortragende bei:

  • TK 1: “Stadt, Land, Fluss: Fokus Öffentliche Bibliothek als Dritter Ort “
  • TK 7: “Vielfalt im Angebot – Eindeutigkeit im Auftrag? Fokus Bibliothekstypologie und Kundenorientierung”
  • TK 9: “Management und Führung: Fokus Organisationsentwicklung”

Männer bei:

  • TK 5: “Kuratieren, Sammeln und Erhalten: Fokus kulturelles Erbe”
  • TK 6: “Bibliotheken für die digitale Wissenschaft: Fokus eScience und elektronisches Publizieren”

Ausgewogenheit herrscht nahezu bei:

  • TK 2: “Zwischen institutioneller Profilbildung und Kooperation: Fokus Bibliotheksstrategie und Bibliothekspolitik”
  • TK 3: “Neue Formen der Wissensaneignung und -vermittlung: Fokus Raum und Lernen”
  • TK 4: “Von Approval Plan bis RDA: Fokus Erschließung und Bestandsmanagement”

Vielen Dank an die Kollegen für die Artikel!


Grünlich, Peter; Friedhelm, Wanda (2014): Wo wir benutztes Geschirr hinstellen. Männer und Frauen in überwiegend lustigen Grafiken ; Noch mehr Neues von graphittiblog.de. 1. Aufl. s.l.: Heyne. p.s. Wer jetzt ein bisschen statistische Entspannung braucht, dem empfehlen wir die Männer und Frauen in überwiegend lustigen Grafiken vom graphitti-blog.de:

Grünlich, Peter; Friedhelm, Wanda (2014): Wo wir benutztes Geschirr hinstellen. Männer und Frauen in überwiegend lustigen Grafiken ; Noch mehr Neues von graphittiblog.de. 3. Aufl. München: Heyne.


1Christian Hauschke (2013): Frauen in Führungspositionen bei DBV-Mitgliedern | Infobib (Infobib). Online verfügbar unter http://infobib.de/2013/03/18/frauen-in-fuhrungspositionen-bei-dbv-mitgliedern/, abgerufen am 05.03.2015.
2 Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Berufe im Spiegel der Statistik. Online verfügbar unter http://bisds.infosys.iab.de/bisds/result?region=19&beruf=BO823&qualifikation=2, abgerufen am 05.03.15.
3 Timo Glaser (2015): Genderdiversity auf Bibliothekartagen (lib{cache). Online verfügbar unter https://glaserti.wordpress.com/2015/02/24/gender-bibtag15/, abgerufen am 05.03.2015.

Machen Sie Ihre Software zitierfähig

Softwareentwicklung ist häufig ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit an der TUHH. Über GitHub kann wissenschaftliche Software gemeinsam erstellt und geteilt werden. Was dabei lange Zeit fehlte, war die Möglichkeit, diese Software eindeutig referenzieren zu können. Erst damit kann sie in wissenschaftlichen Publikationen problemlos zitiert werden.

Letztes Jahr wurde hierfür eine Lösung entwickelt: Digital Object Identifiers (DOI) sind mehr oder weniger das Rückgrat für die Referenzierung elektronischer Publikationen. Was lag also näher als auch für Software eine Möglichkeit der DOI-Vergabe zu schaffen? Dies ist jetzt in Zusammenarbeit mit GitHub und Zenodo möglich. Wer Zenodo nicht kennt, Zenodo ist eine offene Plattform für die dauerhafte Archivierung von Forschungsergebnissen fast jeglicher Art, die vom CERN betrieben wird: zenodo.org/features

Wer bereits bei GitHub aktiv ist, kann ein bestehendes Repository mit einer Kennung von Zenodo verbinden. Darüber wird dann der DOI für das Repository vergeben. Wie es geht, beschreibt GitHub in knapp 10 Minuten Lesezeit: Making Your Code Citable
Making Your Code Citable · GitHub Guides
p.s. Es gibt auch eine alternative Repository-Anbindung an figshare:
DOI-Button

Zahlen zu Wahlen

Am Sonntag wird in Hamburg gewählt, Hochkonjunktur also für die Meinungsforscher und ihre Ergebnisse zu Hamburg. Und wenn Sie sich selbst ein Bild über die Statistiken machen möchten, dann empfehlen wir einen Blick in Statista.

statistaStatista ist nach eigener Aussage: “Eines der größten Statistik-Portale der Welt: Als eines der wenigen Unternehmen bündeln wir Daten aus mehr als 18.000 Quellen. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, schneller und effizienter an relevante Informationen zu gelangen. Unsere Statistiken sind so aufbereitet, dass sie optimal für die eigene Verwendung genutzt werden können.”

Der Zugriff auf Statista ist für alle Angehörigen der TUHH frei. Aktuelle Statistiken im Rahmen der Hamburg-Wahl sind z.B. das Hamburg Statista-Dossier und Meinungsumfragen wie die aktuelle Sonntagsfrage zur Bürgerschaftwahl

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-HolsteinAber auch das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein bereitet sich schon auf die Dokumentation der Ergebnisse vor. Auf der Seite zur Bürgerschaftswahl 2015 sind aktuell erste Vorabinformationen zusammengetragen. Und Sonntagabend werden dort die ersten Ergebnisse veröffentlicht, sobald sie ausgezählt sind.

Beluga – der Hamburger Katalog wurde erweitert

Seit Dezember 2012 ist er am Start: beluga, der neue Katalog für Hamburger Bibliotheksbestände. Seit heute gibt es in Beluga deutlich mehr zu finden: Viele Millionen Zeitschriftenartikel können jetzt im neuen Tab E-Artikel zusätzlich durchsucht werden. Wenn möglich, kommen Sie von hieraus auch gleich zum Text bzw. können sehen, welche Hamburger Bibliothek diese Literatur bereitstellt.

Zugegeben: Wenn Sie TUBfind kennen und nutzen, ist das für Sie nichts Neues. Anders als bei Beluga bezieht die Suche in TUBfind außerdem noch die Daten der Datenbanken Web of Science und Wiso ein. Aber wenn Sie sehen möchten, welche Literatur in Hamburg wo verfügbar ist, dann steht Ihnen ab sofort Beluga in seiner verbesserten Ausgabe zur Verfügung.

Probieren Sie Beluga einfach mal aus:

 
p.s. Kommentare sind willkommen!

Citavi: Update auf Version 4.5

Citavi LogoNormalerweise bekäme ein kleines Update der Literaturverwaltung Citavi keinen Eintrag in diesem Blog, doch diesmal müssen Sie Hand anlegen: Der Citavi-Programmcode wurde neu digital signiert. Aus diesem Grund wird die neue Citavi-Version nicht von Ihrer aktuellen Installation erkannt. Um die verbesserte Programmversion zu erhalten, laden und installieren Sie die Setup-Datei über Citavis Homepage.

Das Update auf Citavi 4.5. verbessert unter anderem die Citavi Picker.

Fragen zu Literaturverwaltung und damit auch zu Citavi beantworten wir gern. Und da wir nicht alles wissen, helfen wir Ihnen natürlich auch bei der Suche nach weiteren Antworten:
Thomas Hapke & Beate Rajski
literaturverwaltung@tuhh.de

Zum Jahrestag der Auschwitz-Befreiung

Jacques Feldbau, TopologeJeder Ermordete in Auschwitz war ein Mensch mit einer Geschichte.

Zum Beispiel Jacques Feldbau, ein französischer Mathematiker, der sich mit Topologie beschäftigte.
Jacques Feldbau wurde im Oktober 1943 in das Konzentrationslager Ausschwitz deportiert. Ausschwitz verließ er mit dem Todesmarsch der Häftlinge. Er starb im April 1945 an Erschöpfung im Konzentrationslager Ganacker in Bayern.

Jacques Feldbau, Topologe: Das Schicksal eines jüdischen Mathematikers (1914 – 1945) von Michèle Audin.
Berlin: Springer, 2012
http://dx.doi.org/10.1007/978-3-642-25804-6

Offene Türen im Dezember

Jeden (Werk)Tag öffnet sich bis zum 19. Dezember 2014 für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TUHH eine Tür und gibt Einblicke in ein Institut oder einen Servicebereich der TUHH.

Ein Projekt der Auszubildenden der TUHH:
Auch unsere FAMI-Azubis Aamir Mohamed und Miriam van Radecke waren mit dabei.

Checkliste Literaturverwaltungsprogramm

TUHH Universitätsbibliothek:  Literaturverwaltungs-Programme

Literaturverwaltungsprogramme helfen Literaturnachweise zu speichern, zu ordnen und zu bearbeiten. Sie erleichtern unter anderem die Erstellung von Literaturlisten – für studentische Arbeiten genauso wie für wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Aber so unterschiedlich wie Ihre Arbeitsweisen und Ansprüche vielleicht sind, so unterschiedlich sind auch die Programme, die zur Verfügung stehen. Wir unterstützen Sie gern dabei, das richtige Programm zu finden. Unsere aktuellen Lieblingsempfehlungen sind dabei Zotero und Citavi. Auch der Softwarevergleich Literaturverwaltungsprogramme im Vergleich [PDF] der TU München bietet einen guten Überblick über die gängigen lizenzpflichtigen und kostenfreien Programme.

Welche Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie sich für ein Programm entscheiden?

Weiterlesen

#oaweek Tag 2: Open Access Zeitschriften finden

International Open Access Week 2014Die Publikation in Zeitschriften, die qualitätsgeprüfte Artikel im Internet frei und ohne Einschränkungen zugänglich machen, wird auch als der Goldene Weg zu Open Access bezeichnet. Der Autor liefert hier nicht nur den Forschungsinhalt sondern er oder seine Einrichtung übernimmt auch eventuelle Veröffentlichungskosten. Auch wenn dies auf den ersten Blick unlogisch wirkt: Für die Veröffentlichung hinter einer Paywall müssen Bibliotheken hohe Lizenzkosten zahlen, um den Zugriff auf bereits bezahlte Forschungsergebnisse in Zeitschriften zu ermöglichen. Für Verlage läßt sich übrigens auf beide Arten Geld verdienen. (Lesetipp dazu: Seit heute bin ich Aktionär von Reed Elsevier von Christian Gutknecht)

Wie läßt sich nun eine qualitätsgeprüfte Open Access Zeitschrift für die eigene Veröffentlichung finden?

Directory of Open Access Journals

DOAJ LogoDOAJ verzeichnet und indiziert qualitätsgeprüfte Open Access Zeitschriften mit Peer Review. Wenn Sie einen Artikel aus dem Publikationsfonds der TUHH fördern lassen möchten, dann können Sie hier überprüfen, ob die Zeitschrift Ihrer Wahl den Anforderungen der DFG entspricht. Seit März 2014 sind die Anforderungen an die Registrierung von Zeitschriften in DOAJ deutlich erweitert worden. DOAJ "Tick"Zeitschriften, die mit diesen Kriterien seitdem registriet wurden, sind mit einem grünen Häkchen gekennzeichnet. In Sinne der Transparenz veröffentlicht DOAJ alle entfernten und neuen Zeitschriften sowie abgelehnte Registrierungen: Liste.

Beall’s List

Beall’s List:
Potential, possible, or probable predatory scholarly open-access publishers

Leider sind im Bereich der “goldenen” Open Access Zeitschriften auch Anbieter unterwegs, die es nicht auf die wissenschaftliche Qualität ihrer Veröffentlichung sondern vor allem auf die Publikationsgebühren der Autoren abgesehen haben. Dies hat Jeffrey Beall, einen Bibliothekar aus Denver, Colorado, 2011 bewogen, eine Liste “räuberischer Verlage” zusammenzustellen. Beall’s List wird seitdem kontinuierlich gepflegt und leider auch immer wieder erweitert.


Vorschau auf morgen: Open Access Week Tag 3: Der grüne Weg


Wir kaufen Bücher für Sie

Frisch eingetroffene Bücher für die BibliothekDas tun wir besonders gern, wenn wir Ihnen damit einen speziellen Wunsch erfüllen können. Wenn Sie also bei der Suche in TUBfind ein Buch vermissen, dann teilen Sie uns das am besten gleich mit:

Buchwunsch an die Bibliothek

Wir stellen das Buch nach dem Kauf gern für Sie bereit, wenn Sie das möchten.

Und noch ein Tipp dazu:
Über TUBfind können Sie zusätzlich auch in den Beständen anderer Bibliotheken suchen. Wenn wir den Titel nicht besitzen, können Sie das Buch über die Fernleihe aus einer anderen Bibliothek bestellen oder Sie schlagen uns den Titel zum Kauf vor.

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